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„Graftworld“
04.12.2008
Mithilfe einer computergesteuerten 3-D-Planung konnte die Ausstellungsskulptur in parallele Querschnitte in 30-cm-Abständen, die späteren Spanten, zerlegt werden.
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH (n101447_1_thumb.jpg)
Die außergewöhnlichen Formen der Ausstellungsskulptur waren nur mit Trockenbaumaterialien so präzise und hochwertig auszuführen
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH (n101447_2_thumb.jpg)
Mittels einer in die Konstruktion integrierten Video- und EDV-Technik können sich die Besucher über die Projekte der Architekten Graft informieren.
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH (n101447_3_thumb.jpg)
Begehbare Kunst im Trockenbaumantel
Düsseldorf / Berlin – 1998 gründeten Wolfram Putz, Lars Krückeberg und Thomas Willemeit ihr Architekturbüro „Graft“ in Los Angeles, bereits 2001 eine Dependance in Berlin, 2004 ein weiteres Büro in Peking. Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die vielfältigen Projekte des Teams zu gewähren, entwarfen die Architekten eine begehbare und transportable Ausstellungsskulptur, die in Trockenbauweise von der Mänz und Krauss Ausbau GmbH (MuK) aus Berlin umgesetzt wurde und unter der Bezeichnung „Graftworld“ den Innovationspreis der Rigips Trophy ´07 gewann. Zusätzlich konnte sich die Ausstellungsskulptur im internationalen Wettbewerb, der Saint-Gobain Gypsum International Trophy, durchsetzen. Damit trug in diesem Jahr erstmalig der Innovationssieger der deutschen Rigips Trophy auch international den Sieg davon.

Aufgabe der „Graftworld“ ist es, realisierte und prämierte, aber auch bisher unver-öffentlichte Projekte des Graft-Teams aus den Bereichen Städtebau, Architektur, Innenarchitektur sowie Ausstellungs- und Möbeldesign überall dort zu präsentieren, wo sich Architekturliebhaber oder potenzielle Kunden aufhalten. Eine begehbare und darüber hinaus transportable Ausstellungsskulptur sollte dafür geschaffen werden.

Interaktive Lounge
Die „Graftworld“ wurde als eine Art interaktive Lounge entworfen, in der Besucher einerseits die Projekte der Architekten bewundern, sich andererseits aber auch ausruhen und verweilen können. Die klassischen architektonischen Elemente Wand, Decke und Boden wurden deshalb in organische Formen aufgelöst, die sich zu Sitz-, Liege- oder Ausstellungselementen verwandeln. Durch in die Skulptur integrierte Video- und EDV-Technik werden die Projekte eindrucksvoll präsentiert.

Entwurf und Planung
Nach den ersten Entwürfen für die Ausstellungsskulptur war den Architekten von Graft schnell klar: Die Umsetzung würde professionelle fachhandwerkliche Unterstützung benötigen. Neben technischen Details mussten Materialauswahl und Oberflächenbeschaffenheit erarbeitet werden. Also wandte sich das Team von Graft an die Mänz und Krauss Ausbau GmbH in Berlin. Auf die Frage: „Könnt ihr das?“ wusste Inhaber Dipl.-Ing. Thorsten Krauß schnell eine Antwort: „Wenn das einer kann, dann sind wir das!“ Für Projektleiter Matthias Lehmann-Jacobs und Polier Lars Vollert stand von Anfang an fest: „Das bauen wir mit Rigips-Platten!“

Nach einer abstimmungsintensiven Planungsphase hatte das Team von Mänz und Krauss nur zwölf Kalendertage zur Verfügung, um die Skulptur rechtzeitig zum ersten Ausstellungstermin fertig zu stellen. Das Team um Projektleiter Matthias Lehmann-Jacobs, bestehend aus vier Polieren und einer Handvoll motivierter Azubis, machte sich also mit den anspruchsvollen Architektenentwürfen umgehend ans Werk. Es wurde zwölf Tage und Nächte „rund um die Uhr“ gearbeitet.

Dreidimensionale Simulation
Aus den Skizzen von Graft entwickelte man zunächst am Computer eine dreidimensionale Simulation. Die MuK-Profis entschieden sich anhand der Entwürfe für eine segmentierte, steife, aus dem Schiffsbau bekannte Spantenbauweise mit einer aus Gipswerkstoffen beplankten Freiform. Bei den Gipswerkstoffen fiel die Entscheidung für Rigips-Platten und -Fugenspachtel. Das gesamte Modell wurde auf dem Computer in parallele Querschnitte in 30-cm-Abständen, die späteren Spanten, zerlegt. Die daraus errechneten Spantendaten wurden anschließend im Verhältnis 1:1 auf 19 mm starke Spanplatten übertragen und mit einem Vierachsen-CNC-Fräser ausgesägt.

Die Unterkonstruktion
Nach detaillierter und vollständiger Planung begannen die Experten von Mänz und Krauss in der eigenen Werkstatt mit der Umsetzung der Skulptur. Nachdem die Spanplatten entsprechend zugeschnitten waren, erstellte man einen weiteren Plan mit dem Grundriss der Skulptur, der ebenfalls im Verhältnis 1:1 auf den Boden der Werkstatt übertragen wurde. Da die Werkstatt nicht groß genug war, um die Skulptur in einem Stück aufzubauen, wurde in insgesamt drei Teilabschnitten produziert.

Danach erfolgte der Aufbau der Spantenkonstruktionen im 60-cm-Achsraster als Unterkonstruktion für die Gipsbauplatten. Hierfür wurden alle 60 cm je zwei identisch gefertigte Spanten mit Schraubzwingen verbunden und anschließend die Zwischenspanten im Abstand von 30 cm montiert. Die Gesamtkonstruktion wurde dann mit Standardprofilen ausgefacht, verbunden und ausgesteift. So konnten auch zwischen den Spanten die erforderlichen Schraubmöglichkeiten für die spätere Beplankung geschaffen werden.

Für digitale Bildschirme, Computertechnik und Modelle waren Aussparungen in die Skulptur mit eingeplant worden, die schon in der Spantenkonstruktion berücksichtigt wurden. Entsprechend dem Achsraster waren Aussparungen bis zu einer Breite von 60 cm vorgesehen.

Die Beplankung
Im Bereich der mehrfach gewölbten Formen wurde mit geschlitzten Gipsplatten, den „Rigiton Schlitzplatten“ von Saint-Gobain Rigips, gearbeitet. Für die Beplankung der ebenen Flächen der Konstruktion kamen die bewährten „Rigips Bauplatten RB“ 12,5 mm zum Einsatz. Die Rundungen wurden mithilfe der trockenformbaren Gipsplatten „Riflex“ realisiert. Mithilfe dieser Platte lassen sich Biegeradien mit einem Krümmungsradius von bis zu 600 mm erstellen. Dabei bietet die 6 mm dicke Spezialgipsplatte zugleich eine besonders glatte Oberfläche.

Die gesamte Konstruktion wurde trotz des dadurch höheren Gewichtes doppelt beplankt, um sie robuster und für die Beanspruchung durch die Besucher widerstandsfähig zu machen. „Wie wir bald feststellen konnten, lädt das Objekt nicht nur Kinder zum Begehen und Sitzen ein. Die Skulptur hielt ihrem ersten Belastungstest ohne jegliche Schäden problemlos stand“, so das zufriedene Urteil von Matthias Lehmann-Jacobs.

Nach abgeschlossener Montage der Platten wurde die Konstruktion im 60-cm-Achsraster auseinander geschnitten. Die Schraubzwingen wurden entfernt und so die transportablen Module erhalten, die anschließend an den Schnittkanten noch geschliffen und fein gespachtelt wurden.

Die Oberflächenveredelung
Für eine perfekt glatte Oberfläche erfolgte die Verspachtelung der einzelnen Elemente mit dem „Rigips Vario Fugenspachtel“. Mit ihm wurden die Fugen der Schlitzplatten geschlossen, ebenso die offenen Flanken. In später besonders beanspruchten Bereichen wurden großflächige Bewehrungsmatten mit dem Spachtel eingearbeitet. Wie bei einer Q 4-Verspachtelung auf ebenen Wandflächen wurde die Oberfläche der mehrfach gewölbten Skulptur in bis zu fünf Spachtel- und Schleifgängen bearbeitet. Hierfür kam der „Rigips Super Fugenfüller“ zum Einsatz. Abschließend wurde eine elastische Polyurethanbeschichtung maschinell aufgetragen.

Pünktlich zur Ausstellungseröffnung transportierte das Team von Mänz und Krauss das Kunstwerk in die Ausstellungshalle und fügte die einzelnen Elemente wieder zu einem Ganzen zusammen. Aufgrund der räumlichen Verhältnisse erfolgte der Transport in einzelnen Etappen. Die Einzelteile mussten hierfür von Hand auf einen LKW geladen und anschließend zum Ausstellungsort gebracht werden. „Die Transportbelastungen waren noch einmal ein echter Härtetest für unsere mobile Ausstellungskonstruktion. Damit haben wir bewiesen, dass man mit Gipskartonkonstruktionen auch ein Höchstmaß an Mobilität und Stabilität erreichen kann,“ so der zu Recht stolze Projektleiter.

Bautafel
Bauherr: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Architekten: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Trockenbau: Mänz und Krauss Ausbau GmbH, Berlin
Systemberatung: Jürgen Scheibe, Saint-Gobain Rigips GmbH

Quelle: Saint-Gobain Rigips GmbH

 
Weitere Informationen:

  Trockenbauforum.de


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Suchworte für diese Mitteilung:
Graftworld, Entwurf, Planung, Gipskartonkonstruktionen
 


 
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Eintrag verfasst von: Uwe Dallmann (eingetragen am: 04.12.2008; zuletzt geändert am: 04.12.2008 22:26)
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