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Moderne Raumklimatisierung hinter Jugendstilfassade
27.01.2010
Um ein hochwertiges Gesamtbild der Kühldecke zu erreichen, erfolgte die vollflächige Verspachtelung in Oberflächenqualität Q 3.
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH (n101532_1_thumb.jpg)
Die neue Unterkonstruktion aus CD-Deckenprofilen wurde 25 bis 30 cm tief abgehängt.
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH (n101532_2_thumb.jpg)
Zur Dämmung wurde über die Tragekonstruktion in PE-Folie eingeschweißte Mineralwolle vollflächig verlegt.
Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH (n101532_3_thumb.jpg)
Effiziente Flächentemperierung mit „Climafit Prothermo“
Düsseldorf / München – 1904 errichtet, im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, 1946 wiederaufgebaut, 1995 liebevoll restauriert – so liest sich der kurzgefasste „Lebenslauf“ eines Geschäftshauses in der Münchner Innenstadt. Über die Jahrzehnte unverändert und von der Zerstörung weitestgehend verschont blieb die Jugendstilfassade des heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Mit dem Einzug einer Notariatskanzlei in das historische Gebäude wurden die Räume im dritten Obergeschoss umfassend modernisiert. Sie erhielten unter anderem ein leistungsstarkes Kühldeckensystem.

Die Entscheidung für ein Flächentemperiersystem ergab sich zwangsläufig aus den Wünschen des neuen Mieters: Die Büroräume sollten möglichst zugluftfrei gekühlt werden können, die dafür benötigte Technik am besten gänzlich unsichtbar sein. Um das harmonische Gesamtbild der sanierten Büroräume nicht zu stören, sollten die Kühldecken zudem keine sichtbaren Fugen aufweisen.

Planung und Ausführung in rekordverdächtigem Tempo
Die erste einer ganzen Reihe von Herausforderungen wartete gleich zu Beginn auf das Team der für die Planung und Montage des gesamten Kühlsystems beauftragten INCOTEC GmbH & Co. KG. „Das erste Gespräch mit dem Bauherrn führten wir Mitte Oktober, der Einzug des Mieters stand für Ende November bereits fest“, so INCOTEC-Geschäftsführer Willibald Meier. „In dieser Zeit haben wir das Kühlsystem vollständig geplant, die Montagepläne in Absprache mit dem Innenarchitekten erstellt, die Trockenbaumaßnahmen inklusive der Demontage der alten Konstruktion durchgeführt sowie die Gesamthydraulik, die Regelungstechnik und die Kälteerzeugung für das System installiert. Für diesen Aufgabenkatalog ein mehr als knapper Zeitplan.“

Ein Zeitplan, den das Team um Willibald Meier – bestehend aus sechs Trockenbauern und ebenso vielen Rohrleitungsmonteuren – dennoch vorbildlich einhielt. In nur elf Arbeitstagen realisierten die Klimaprofis sämtliche Umbaumaßnahmen vor Ort und statteten insgesamt zehn Räume mit einer Deckenfläche von rund 220 m2 mit einem leistungsstarken Kühlsystem aus, inklusive der Kaltwassererzeugung und der übergeordneten DDC-Regelung.

Demontage und Unterkonstruktion
In einem ersten Schritt mussten die alten Gipsplattendecken demontiert werden. Nach dem Entfernen einer Dämmschicht aus Mineralwolle trafen die Handwerker auf eine weitere Überraschung: Weite Teile der Betonrasterkammerdecke waren mit einem Brandschutzspritzputz versehen. „Auf diesen Putz konnten wir keine genauen Bohrmarkierungen für die neue Deckenkonstruktion anbringen. Mithilfe von Lasermessgeräten, die wir auf dem Fußboden platziert haben, haben wir daher die korrekt eingemessenen Stellen für die Bohrlöcher an die Decken projiziert und dann gleich die Bohrungen durchgeführt. Für den sicheren Halt der Unterkonstruktion haben wir Durchsteckanker im Achsabstand von etwa 900 mm gesetzt.“

In die mittels Noniusabhängern etwa 250 bis 300 mm tief abgehängten CD-Grundprofile und die mit Kreuzverbindern angebrachten Trageprofile (Achsabstand 330 mm) wurden anschließend die Klimaregister (mit mediumführenden Kupferrohren, Durchmesser 12 mm) mit eigens entwickelten Montagehilfklammern zwischenliegend einghängt. Die wasserführenden Zuleitungen wurden mit speziellen Dämmgulast-Schellen befestigt. Dafür, dass die erzeugte Kälte nicht nach oben entweicht, sondern möglichst vollständig in die darunter liegenden Räume abgestrahlt wird, sorgt eine in PE-Folie eingeschweißte, vollflächig über die Tragekonstruktion verlegte Mineralwolledämmung (2 x 20 mm).

Beplankung mit Klimadeckenplatte „Climafit“
Für die Beplankung der Decken wählte das Team um Willibald Meier die „Climafit Prothermo“-Systemlösung von Rigips. Die hierbei zum Einsatz kommenden 10 mm dicken „Climafit“-Gipsplatten weisen dank ihres Graphit-modifizierten Kerns eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit auf und sorgen in den Münchner Büros für eine – im Vergleich zu einer Beplankung mit herkömmlichen Gipsplatten – über zehn Prozent effizientere Kühlleistung des Gesamtsystems. „Wir waren das erste Unternehmen, das mit dieser damals neu eingeführten Platte gearbeitet hat. Für Rigips wie für uns also eine erfolgreiche Premiere.“

Dass seine Mitarbeiter inzwischen äußerst gerne mit dieser Rigips-Innovation arbeiten, hat neben der besonders hohen Wärmeleitfähigkeit jedoch noch weitere Gründe, wie Willibald Meier erläutert: „Die Verarbeitung der ,Climafit’-Platten vor Ort verläuft eigentlich – im wahrsten Sinne des Wortes – noch reibungsloser als mit regulären Gipsplatten. Das Graphit in den Platten sorgt beim Zuschneiden für einen gewissen ,Schmiereffekt’, das heißt die Platten sind leicht und vor allem sehr präzise zuzuschneiden. Durchdringungen zum Beispiel für Halogenlampen, wie wir sie in der Münchner Kanzlei eingebaut haben, lassen sich schnell per Hand schneiden und anschließend gut verspachteln. Vor allem, wenn Leuchteinbauten wie hier mit definierten Schattenfugen hergestellt werden müssen. Der Wandanschluss erfolgte mit einer 5-mm-Fuge mit Kompriband als beweglicher Randabschluss und anschließender Acrylverfugung.“

Versprünge und Abkofferungen
Überhaupt unterstützte das problemlose Handling der Platten den gesamten Baufortschritt. Aufgrund der sehr engen Terminsituation und der fehlenden Winkligkeit in einigen Räumen habe man sich entschlossen, so Willibald Meier weiter, Faltelemente für Deckenversprünge und Abkofferungen direkt vor Ort herzustellen. Vertisoschienen für das vorhandene Gardinensystem wurden mit Formteilen nicht einsehbar in den Deckenhohlraum eingearbeitet. Um das gewünschte hochwertige Gesamtbild zu erreichen, verspachtelte das INCOTEC-Team die Kühldecke abschließend mit dem „VARIO Fugenspachtel“ von Rigips in Q 3. Die Oberflächenbeschichtung wurde mit vorherigen Tiefengrund und Latexfarbanstrich ausgeführt.

„Unsichtbare“ Stärken
Sowohl von der optischen als auch von der funktionalen Qualität des neuen Kühlsystems überzeugt zeigten sich Mieter und Bauherr. „Durch die nur partielle Absenkung der Kühldecke im Bereich der Rohr- und Elektrotrassen konnten wir eine maximale Raumhöhe beibehalten. Die glatten und fugenlosen Oberflächen der Beplankung passen sich optimal in das edle Ambiente der Innenräume ein. Die ,unsichtbaren’ Stärken des montierten Systems bewiesen wir unseren Auftraggebern mit Aufnahmen unserer Wärmebildkamera. Sie zeigen sehr deutlich, wie gleichmäßig die Kühle abgestrahlt wird. In Verbindung mit den weiterhin genutzten konventionellen Heizkörpern lässt sich das Raumklima so optimal regeln.“

Bautafel
Bauherr: GHR GmbH & Co. Immobilien KG, Grünwald
Planung und Durchführung: INCOTEC GmbH & Co. KG, Altdorf
Fachberater Trockenbausysteme: Meinhard Landmann, Saint-Gobain Rigips GmbH

Quelle: Saint-Gobain Rigips GmbH


 
Weitere Informationen:

  Trockenbauforum.de


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Suchworte für diese Mitteilung:
Saint-Gobain Rigips Trockenbausysteme Faltelemente Deckenversprünge Abkofferungen Vertisoschiene Gardinensystem Formteilen Kühlsystem Climafit Brandschutzspritzputz
 


 
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Eintrag verfasst von: Uwe Dallmann (eingetragen am: 27.01.2010; zuletzt geändert am: 27.01.2010 19:40)
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